Student fragt : Herr Bernig, Sie sind gegen Studiengebühren - gute Sache. ABER: wie wird´s finanziert? Jedes Jahr gibt es mehr Studenten in Brandenburg, besonders in Potsdam. Mit der Umstellung Bachelor/Master sidn auch nicht alle "zufrieden". Wie und von wem soll das gebührenfreie Studium finanziert werden? Und: ist es nicht so, dass die Hochschulen eigentlich noch mehr Geld benötigen, um forschen und lehren zu können? Wo soll das zusätzlich herkommen? Alles vom Land? Andreas Bernig: Erstens muss die Bildung als Investition und nicht wie bisher als Konsumtion betrachtet werden. Zweitens brauchen wir ein gerechteres Steuersystem. Dazu hat DIE LINKE ein Konzept vorgelegt. Es beinhaltet u.a. die Senkung der Einkommenssteuer im unteren Einkommensbereich und deren Erhöhung im oberen Bereich, der von Rot-Grün gesenke Spitzensteuersatz muss wieder angehoben werden, die 1997 abgeschaffte Vermögenssteuer muss reformiert wieder eingeführt werden, wir brauchen eine reformierte Erbschaftssteuer (500.000 € Freibetrag), die Körperschaftsstuer soll wieder von 15 % auf 25 % angehoben werden, die 1991 gestrichen Börsenumsatzsteuer soll wieder eingeführt werden, Währungsgeschäfte (Tobin-Steuer) werden besteuert, die Umsatzsteuer soll für Produkte und Dienstleistungen für Kinder, für Arzneimittel und für arbeitsintensive Diensleistungen auf 7 % gesenkt werden. Damit wird der in den vergangenen Jahren vollzogen Umverteilung von unten nach oben entgegengesteuert. Der Staat erhält somit weit über 100 Mrd. Einnahmen, die für die Aufrechterhaltung und Bezahlbarkeit der sozialen Sicherungssysteme und für eine bessere Bildung und Ausstattung der Hochschulen eingesetzt werden sollen.