Wochenrückblick 26.
Juni bis 02. Juli 2010
DIE LINKE Brandenburg
in Aktion
Liebe
Genossinnen und Genossen,
nachdem sich
die Delegation der LINKEN in der Bundesversammlung am Mittwoch im dritten
Wahlgang nahezu geschlossen der Stimme enthalten hat, erreichten uns eine
Vielzahl von Briefen, Anrufen und Mails, die dieses Vorgehen kritisieren.
Einiges wird dabei übersehen: So z.B. das es theoretisch nur im ersten Wahlgang
eine rechnerische Mehrheit für Joachim Gauck hätte geben können. Dass SPD und
Grüne nicht bereit waren vor diesem Wahlgang mit uns über einen gemeinsamen
Kandidaten zu reden, war ein großer strategischer Fehler von Rot-Grün. Gauck
konnte kein gemeinsamer Kandidat sein: Er vertritt politische Ansichten z.B.
zum Kriegseinsatzes in Afghanistan und den Hartz-Gesetzen, die unseren
diamentral entgegengesetzt sind.
Letztlich
ist es auch falsch zu glauben, die Wahl von Joachim Gauck hätte zum Sturz der
schwarz-gelben Regierung führen können. Neuwahlen müssten auch die Abgeordneten
von Union und FDP zustimmen. Angesichts der schlechten Umfragewerte für ihre
Parteien wäre dies ein politischer Suizid.
Dass
rot-rote Zusammenarbeit deutlich besser klappen kann, beweist der
brandenburgische Wochenrückblick.
Herzliche
Sommergrüße aus dem heißen Berlin sendet
Thomas Nord
Landesvorsitzender
Landtagssitzung zu
Sparpaket
Die Abgeordneten des Brandenburger Landtags kamen in dieser
Woche zu ihrer letzten Parlamentssitzung vor der Sommerpause zusammen. In einer
aktuellen Stunde wurde über die Auswirkungen des Sparpakets der schwarz-gelben
Bundesregierung auf das Land debattiert. Nach Darstellung der Linkspolitikerin
Birgit Wöllert wären vom Sparpaket der Bundesregierung vor allem
Niedrigverdiener betroffen, deren Anteil an den Beschäftigten in Brandenburg 40
Prozent ausmache. Fast 30 Milliarden Euro wolle Schwarz-Gelb bei Erwerbslosen
"eintreiben". Neben dem Elterngeld nannte Wöllert den Wegfall des
Rentenzuschusses für Hartz-IV-Empfänger. Es werde nach der Devise gehandelt:
"Entlastet die Wohlhabenden, dann geht es auch den Armen besser." Die
wichtigsten Argumente der LINKEN sind nachlesbar in den Reden von Birgit
Wöllert und Stefan
Ludwig.
Regionalkonferenzen
erfolgreich beendet - Rot-rote
Koalition mit längerer Perspektive?
Nach Abschluss
der vier Regionalkonferenzen zogen Thomas Nord und Kerstin Kaiser eine positive
Bilanz.
Ihr Fazit: Das Regierungshandeln
der LINKEN in Brandenburg hält der kritischen Überprüfung durch die Parteibasis
stand. An dieser
Stelle danken wir für die gute Vorbereitung der Konferenzen vor Ort, die vielen
Anregungen und Kritiken und auch die aufmunternden Worte. Im Herbst sollen die
Regionalkonferenzen fortgesetzt werden.
Übrigens sieht auch die SPD rot-rot auf einem guten Weg. Fraktionschef Dietmar
Woidke sagte, der Regierungsbund bietet nach Woidkes Angaben eine gute Basis
dafür, in schwieriger finanzieller Lage eine Politik der sozialen Gerechtigkeit
und der Bildungsgerechtigkeit zu verfolgen. Am Montag hatte
Linksfraktionschefin Kerstin Kaiser eine Fortsetzung der Koalition mit der SPD
über 2014 hinaus ins Spiel gebracht. Gegenüber Journalisten hatte sie gesagt,
es gebe genügend Themen und Projekte, die gemeinsam fortzuführen wären.
Kita-Gesetz
verabschiedet
Außerdem wurde im Landtag das neue Kita-Gesetz beschlossen,
das eine Verbesserung des Betreuungsverhältnisses für Kinder vorsieht. So
sollen künftig sechs statt sieben Kinder unter drei Jahren auf eine Erzieherin
kommen. Bei Kindern bis zum Einschulungsalter wären es ab Oktober zwölf statt
13 Kinder pro Erzieherin. Dafür finanziert das Land den Kommunen 1000
zusätzliche Erzieherstellen. In der Debatte stellte die bildungspolitische
Sprecherin der LINKEN, Gerrit
Große zugleich klar „Das Ende der Fahnenstange hinsichtlich der
Personalausstattung der Kita ist aus Sicht der LINKEN damit nicht erreicht -
diesem Schritt werden bei entsprechenden finanziellen Möglichkeiten weitere
folgen.“
Programm «Arbeit für
Brandenburg» startet
Die rot-rote Landesregierung setzt eines
ihrer zentralen Vorhaben aus dem im Herbst vereinbarten Koalitionsvertrag um.
Am 1. Juli startete das Programm «Arbeit für Brandenburg». Die Koalition hatte
vereinbart, 40 Millionen Euro für einen öffentlich geförderten
Beschäftigungssektor bereitzustellen. Bis 2014 sollen laut Koalitionsvertrag
8000 Langzeitarbeitslose geförderte Jobs in Kommunen und bei Verbänden
erhalten. Allerdings hängt das Programm wesentlich von Förderzusagen des Bundes
ab. Andreas Bernig, arbeitsmarktpolitischer Sprecher der Linksfraktion sagte dazu
in einer Erklärung
„Ich hoffe, dass Kommunen sowie Vereine und Verbände aus der
Region vom Förderprogramm „Arbeit für Brandenburg“ intensiv
Gebrauch machen, um vielen Langzeitarbeitslosen eine Existenz sichernde
Beschäftigung zu ermöglichen.“
Landtag prüft
Kennzeichnungspflicht für Polizisten
In Brandenburg wird jetzt, deutschlandweit ein Novum, eine
"Kennzeichnungspflicht" für Polizeibeamte ernsthaft geprüft. Ein
Gesetzentwurf der Union wurde am Donnerstag nicht abgelehnt, sondern
mehrheitlich in den Innenausschuss des Landtages verwiesen. In der Sache
begrüßten Redner aller Fraktionen das Anliegen, allerdings nahmen SPD, Linke
und Grüne die 180-Grad-Kehrtwende der CDU aufs Korn, die unter dem früheren
Innenminister Jörg Schönbohm (CDU) eine Kennzeichnungspflicht für Polizisten
noch strikt abgelehnt hatte. Die
LINKE hatte sich seit Jahren für die Prüfung der Kennzeichnungspflicht in
Abstimmung mit den Gewerkschaften stark gemacht.
Landesvorstand berät über
Anforderungen an ein CCS-Gesetz - Ausschuss stritt über das Thema
Zu einem Schlagabtausch über die
umstrittene CCS-Technik ist es am Dienstag im Wirtschaftsausschuss des Landtags
gekommen. Die Gemüter hatten sich über die Frage erhitzt, wer für die fehlende
Akzeptanz der unterirdischen Kohlendioxid-Speicherung in der Gesellschaft
verantwortlich ist. Auch für das Ausbleiben des notwendigen Bundesgesetzes zur
Erkundung von Lagerstätten machten sich CDU und SPD gegenseitig verantwortlich.
Mehrere CDU-Abgeordnete hielten der Landesregierung vor, sich offiziell für die
Erprobung der CCS-Technik einzusetzen, gleichzeitig aber auf dem Weg dorthin
Hürden zu errichten „die das Projekt gefährden“. Der Landesvorstand
wird sich übrigens am morgigen Samstag mit den Anforderungen
an ein CCS-Gesetz beschäftigen.
Termine:
Dieser Wochenrückblick kann gern weitergeleitet werden.
Anmeldungen, Hinweise und Anregungen bitte an lgf@dielinke-brandenburg.de
Mit
freundlichen Grüßen
Maria
Strauß
Landesgeschäftsführerin
DIE
LINKE Brandenburg
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