Arbeitsmarkt gibt Älteren zu wenig Chancen

Zu den heute veröffentlichten Daten des monatlichen Arbeitsmarktberichtes erklärt der arbeitsmarktpolitische Sprecher Dr. Andreas Bernig:

 

 

Arbeitsmarkt gibt Älteren zu wenig Chancen

 

Die Arbeitslosenquote ist zum Jahresende leicht auf 10,2% gestiegen. Die Bundesagentur für Arbeit führt den Anstieg auf saisonale Gründe zurück. Insgesamt war 2011 ein Jahr mit einer positiven Beschäftigungsentwicklung im Ergebnis einer guten wirtschaftlichen Entwicklung.

 

Arbeitsmarktpolitik darf sich aber nicht auf die Konjunkturentwicklung verlassen. Sie braucht deutlich mehr Nachhaltigkeit und muss sich am Prädikat „Gute Arbeit“ messen lassen. Sorgen macht mir vor diesem Hintergrund die weiter gestiegene Zahl der älteren Arbeitslosen zwischen 50 und 65 Jahren. Sozial wie auch arbeitsmarktpolitisch ist die Rente mit 67 der falsche Weg. Eine unverändert hohe Zahl von Beschäftigten scheidet viel früher aus dem Arbeitsleben aus. Wenn es nicht gelingt, Menschen jenseits der 50 im Beruf zu halten, wird sich das Fachkräfteproblem noch weiter verschärfen. Hier sind die Unternehmen gefordert, aber auch eine aktive Arbeitsmarktpolitik.

 

Das Land leistet seinen Anteil, indem es das Programm „Arbeit für Brandenburg“ trotz der vom Bund diktierten schlechteren Bedingungen fortsetzt und stärker darauf ausrichtet, den Eintritt von Langzeitarbeitslosigkeit zu verhindern. 

Verärgerung der Gewerkschaften verständlich!

Zur Kritik der Gewerkschaften, wegen der mangelhaften Beteiligung an den weiteren Vorhaben zur Modernisierung der Verwaltung durch die Landesregierung erklärt der Sprecher für Arbeitsmarktpolitik und Gewerkschaften Dr. Andreas Bernig:

 

 

Verärgerung der Gewerkschaften verständlich!

 

Beteiligung bei weiteren Maßnahmen zur Verwaltungsmodernisierung war suboptimal!

 

 

Die Kritik der Gewerkschaften ist verständlich und berechtigt.

 

Der Tarifvertrag zum Umbau der Landesverwaltung sieht im § 19 vor, dass der Beirat, in dem die Gewerkschaften vertreten sind, durch die Landesregierung rechtzeitig und umfassend zum Zwecke der gemeinsamen Beratung über Vorhaben informiert wird.

 

Zuerst die Öffentlichkeit über die geplanten Maßnahmen zur Modernisierung zu unterrichten und dann mit den Gewerkschaften zu diskutieren entspricht diesem Anliegen nicht. Das ist auch kein Zeichen vertrauensvoller Zusammenarbeit.

 

Die Beteiligung der Gewerkschaften an der weiteren Verwaltungsmodernisierung ist in diesem Falle suboptimal gelaufen, um nicht zu sagen unprofessionell.

 

Wer den Koalitionsvertrag ernst nimmt, in dem die Gewerkschaften einen hohen Stellenwert einnehmen und wer ihn glaubhaft umsetzen will, der muss die Gewerkschaften beteiligen, bevor er an die Öffentlichkeit geht und vermeindlich vollendete Tatsachen schafft. Da hilft auch der Hinweis nichts, dass noch nichts entschieden ist.

 

Ein solcher Fehler darf nicht noch einmal passieren, wenn man glaubwürdig bleiben will.

 

Lohnuntergrenze? Tricks und Täuschungen der CDU

Michael Schlecht, MdB, Gewerkschaftspolitischer Sprecher im Parteivorstand DIE LINKE, 7. November 2011

Lohnuntergrenze? Tricks und Täuschungen der CDU

Das ist doch richtig prima: Die CDU will scheinbar einen Mindestlohn, auch wenn er verschämt „Lohnuntergrenze“ genannt wird. Dass die Positionsverschiebung bei der CDU jetzt kommt, liegt an der spätestens 2013 anstehenden Bundestagswahl. Da macht es sich gut, am sozialen Profil zu arbeiten. Der BDA-Präsident Dieter Hundt beklagt, dass die CDU wohl der Meinung der Bevölkerung nachgegeben habe.

Jedoch weigert sich die CDU, einen festen Euro-Betrag für die „Lohnuntergrenze“ gesetzlich festzulegen. Sie will, dass die Tarifvertragsparteien diese ausmachen, allerdings nur für Branchen und Wirtschaftsbereiche, in denen es keine Tarifverträge gibt. Diese „Lohnuntergrenze“ soll dann gesetzlich für allgemeinverbindlich erklärt werden.

So etwas kann sich nur jemand ausdenken, der von der Tarifwirklichkeit keine Ahnung hat oder die Öffentlichkeit bewusst täuschen will.

Mit der Agenda 2010, die SPD und Grüne 2003 beschlossen haben, wurde der Tarifautonomie ein weiterer Schlag versetzt. Wenn immer mehr Menschen befristet arbeiten und um die Verlängerung zittern, wenn immer mehr nur noch Leiharbeit haben, wenn vor allem immer mehr Frauen in Minijobs nur noch eine zerstückelte Arbeitswelt erleben, dann ist gewerkschaftliche Durchsetzungsmacht massiv eingeschränkt. Hinzu kommt die allgegenwärtige Angst vor dem Absturz in Hartz IV, die wie eine disziplinierende Peitsche über den Köpfen kreist. So konnten die Gewerkschaften in vielen Tarifbereichen nur noch miserable Abschlüsse erzielen. Häufig waren neue Tarifverträge überhaupt nicht mehr möglich. Vor 20 Jahren haben noch 70 Prozent der Beschäftigten unter dem Schutz eines Tarifvertrages gearbeitet, heute sind es nur noch rund 50 Prozent.

Die immer wieder gerade auch von konservativen Politikern gepriesene Tarifautonomie ist in weiten Teilen zerstört worden. Mit dem Fortfall des Zumutbarkeitsschutzes, der bis zur Einführung von Hartz IV faktisch eine „Lohnuntergrenze“ darstellte, war der freie Fall der Löhne vorprogrammiert. Dies war der letzte Anlass für ver.di als Notwehrmaßnahme auf den allgemeingültigen, gesetzlichen Mindestlohn zu setzen.

Wenn die CDU jetzt Krokodilstränen ob des Schicksals der Hunger- und Niedriglöhner vergießt, sich gleichzeitig weigert den Mindestlohn festzulegen, dann ist dies triefender Zynismus. Den schwarzen Peter den Tarifvertragsparteien zuzuschieben, ist so, als würde man einem Menschen die Beine brechen und dann von ihm verlangen, hundert Meter zu laufen. Als beispielhafte Orientierung wird in der CDU auf die Mindestlohnsätze bei Leihbeschäftigen in Höhe von 7,79 Euro im Westen und 6,89 Euro im Osten verweisen. Einmal abgesehen davon, dass diese Sätze viel zu niedrig sind und die Ost-West-Diskriminierung grotesk ist – wie sollte der DGB mit dem BDA als Verhandlungspartner selbst solche „Lohnuntergrenzen“ durchsetzen? Ohne jeglichen Druck aus den Betrieben?

Zum gesetzlichen Mindestlohn, betrage er 8,50 Euro wie vom DGB oder zehn Euro wie von der Linken gefordert, gehört zwingend die Festlegung durch den Gesetzgeber. Wer das verweigert, will keine „Lohnuntergrenze“, die die Lebenslage der Menschen verbessert, geschweige denn den Mindestlohn.

Weitere Informationen: www.michael-schlecht-mdb.de

Kritische Entwicklungen am Arbeitsmarkt dürfen nicht verdrängt werden

Zu den heute veröffentlichten Daten des monatlichen Arbeitsmarktberichtes erklärt der arbeitsmarktpolitische Sprecher Dr. Andreas Bernig:

 

 

Kritische Entwicklungen am Arbeitsmarkt dürfen nicht verdrängt werden

 

 

Die Arbeitslosigkeit hat erneut die symbolische Marke von 10% unterschritten. Diese Tendenz ist erfreulich.

 

 

Andere Entwicklungen sind weniger positiv: Unter den Arbeitslosen sind fast 97.000 im Rechtskreis des SGB II,also Hartz IV-Empfänger. Das sind fast 73% aller Arbeitslosen. Dieser sehr hohe Anteil sowie die gegenüber dem Vorjahr gestiegene Anzahl älterer Arbeitsloser sind sehr kritische Entwicklungen.

 

Es bleibt dabei, dass wir für Gruppe älterer Langzeitarbeitsloser besondere Anstrengungen unternehmen müssen. Dazu ist Rot-Rot auch unverändert willens, insbesondere mit dem Programm „Arbeit für Brandenburg“. Es wäre gut, wenn auch die Bundesregierung hier mittun würde. Von ihr werden Langzeitarbeitslose leider immer weiter abgehängt.

 

Strukturelle Probleme am Arbeitsmarkt dürfen nicht verdrängt werden

 

Potsdam, 28. Juli 2011
Zu den heute veröffentlichten Zahlen des monatlichen Arbeitsmarktberichtes der Bundesagentur für Arbeit für Brandenburg erklärt der arbeitsmarktpolitische Sprecher
Dr. Andreas Bernig:

Strukturelle Probleme am Arbeitsmarkt dürfen nicht verdrängt werden

Mit einer Arbeitslosenquote von 10,5% und einer wiederum gestiegenen Zahl sozialversicherungspflichtiger Beschäftigungsverhältnisse setzt sich die relativ positive Entwicklung auch im Juli fort. Dies ist im Wesentlichen der konjunkturellen Entwicklung geschuldet.

Hinter dieser konjunkturellen Entwicklung werden aber auch eine Reihe arbeitsmarktpolitischer Baustellen und Defizite sichtbar. Die sogenannte „zweite Schwelle“, d.h. der Übergang von der Berufsausbildung in eine Beschäftigung, ist wieder höher geworden. Fast 50.000 Ältere über 50 sind arbeitslos — ihr Anteil an den Arbeitslosen liegt damit bei 35%. Für diese strukturellen Probleme bietet die sogenannte Instrumentenreform der Bundesregierung bisher keine Lösungen. Schwarz-Gelb praktiziert drastische Mittelkürzungen — und konzentriert zugleich die verbleibenden Mittel auf arbeitsmarktnahe Personengruppen. Das mag statistisch gut aussehen, hängt aber immer mehr Menschen mit Vermittlungshemmnissen dauerhaft vom Arbeitsmarkt ab.

Zusätzliche Probleme sind der hohe Anteil an Zeitarbeit und das zu niedrige Lohnniveau. In Brandenburg müssen 71.000 Beschäftigte als so genannte Aufstocker staatliche Sozialleistungen beziehen, um angemessen leben zu können.

31. Mai 2011

Arbeitslosigkeit sinkt, aber strukturelle Probleme bleiben

Zu den heute veröffentlichten Daten des monatlichen Arbeitsmarktberichtes erklärt der arbeitsmarktpolitische Sprecher Dr. Andreas Bernig:

 

 

Arbeitslosigkeit sinkt, aber strukturelle Probleme bleiben

 

 

Auch im Mai ist die Arbeitslosigkeit sowohl im Vergleich zum Vormonat als auch zum Vorjahr weiter gesunken.

 

Hinter dem grundsätzlich positiven Trend verbergen sich aber auch strukturelle Probleme. So ist die Arbeitslosigkeit bei den Älteren (über 50) im Vergleich zum Vorjahr um 1,8% gestiegen. Ältere Arbeitslose gehören häufig auch zur Gruppe der Langzeitarbeitslosen und sind damit im Hinblick auf ihre Eingliederungschancen doppelt benachteiligt. Die vorgenommenen massiven Kürzungen der Bundesregierung bei der Arbeitsförderung und die einseitige Konzentration auf „marktnahe“ Arbeitslose sind kontraproduktiv. Gerade für ältere Langzeitarbeitslose sind finanziell teilweise oder vollständig öffentlich geförderte Beschäftigungsverhältnisse unverzichtbar.

 

 

Ein positives Signal sehe ich in der heute unterzeichneten „Gemeinsamen Erklärung zur Stärkung der Sozialpartnerschaft im Land Brandenburg". Die erklärte Absicht, den Fachkräftebedarf zu sichern, erfordert den endgültigen Abschied von Billiglohn-Strategien in Brandenburg.

 

 

Erfreuliche Arbeitsmarktentwicklung – aber Leiharbeit und Niedriglohnsektor bereiten weiter Sorge

 

Potsdam, 28. April 2011

 


Zu den neuen Arbeitsmarktzahlen für den Monat April erklärt der Sprecher für Arbeitsmarktpolitik und Gewerkschaften Dr. Andreas Bernig:


Erfreuliche Arbeitsmarktentwicklung – aber Leiharbeit und Niedriglohnsektor bereiten weiter Sorge


Die Arbeitslosenquote ist in Brandenburg von 11,7 % auf 11,0 % gesunken. Das ist ebenso erfreulich wie der Fakt, dass 13.300 Brandenburgerinnen und Brandenburger mehr als im vergangenen Jahr eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit haben.

 

Diese Zahlen dürfen jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir einen weiteren Zuwachs an Leiharbeitsplätzen in der Zeitarbeitsbrache verzeichnen müssen und die Löhne häufig sehr niedrig sind. So beträgt der Anteil der Leiharbeitskräfte, die Aufstockungsleistungen nach Hartz IV beziehen 15,4 % und der Durchschnittsverdienst von sozialversicherungspflichtig Beschäftigten liegt in Brandenburg bei 2004,- € (Brutto) im Monat.


21,4 % der Beschäftigten arbeiten im prekären Bereich der Niedriglöhne, der im Osten bei 1367,- € (Brutto) abwärts beginnt.

Die 19.000 gemeldeten freien Stellen lassen vermuten, dass jeder, der ernsthaft Arbeit sucht, auch eine Arbeit findet. Es fragt sich jedoch: zu welchen Konditionen und an welchem Ort. Nach wie vor verlassen jährlich ca. 12.000 junge Menschen Brandenburg. Ein großer Teil davon, weil die Löhne in Brandenburg zu niedrig sind.


Wenn dem Fachkräftemangel begegnet werden soll, dann muss sich auf diesem Gebiet schnell etwas ändern, sonst wird in naher Zukunft auch die wirtschaftliche Entwicklung stagnieren.



DIE LINKE Fraktion
im Landtag Brandenburg

Am Havelblick 8
14473 Potsdam

Pressesprecherin:
Alexa Lamberz

Telefon: 03 31 / 9 66 15 37
Telefax: 03 31 / 9 66 15 40
E-Mail: pressestelle@
dielinke-fraktion.brandenburg.de

Eric Thode
Senior Expert
Programm Evidenzbasierte Politikstrategien
Bertelsmann StiftungBenchmarking Deutschland: Steigende Beschäftigung bei Jugendlichen und Älteren

 

31. März 2011

Arbeitsmarktpolitik braucht Qualität und Stetigkeit

Zur aktuellen Arbeitsmarktstatistik erklärt der arbeitsmarktpolitische Sprecher der Fraktion, Dr. Andreas Bernig:

 

 

Arbeitsmarktpolitik braucht Qualität und Stetigkeit

 

 

Der Arbeitsmarkt in Brandenburg hat sich auch im März einigermaßen erfreulich entwickelt. Allerdings darf uns der Frühjahrsaufschwung auch nicht zu überschwänglicher Freude verführen. Insbesondere die Zahl älterer Arbeitsloser verharrt mit aktuell 55.386 nahezu auf dem Vorjahresniveau.

 

 

Auch bei sinkenden Arbeitslosenzahlen werden Maßnahmen der aktiven Arbeitsförderung gebraucht. Die drastischen Einschnitte der Bundesregierung hinterlassen schon jetzt erste Spuren. Es wird fast ausschließlich auf den 1-Euro-Job als die billigste Variante gesetzt. Hier sind aktuell 13.365 Arbeitslose untergekommen. Offenbar will die Bundesregierung künftig noch einseitiger mit diesem Instrument hantieren. Darauf deuten die ersten Anzeichen aus der Bundesregierung für eine sog. Reform der Arbeitsförderinstrumente hin, die Frau von der Leyen in dieser Woche in den Regierungsfraktionen präsentiert hat. Dies ist für die Betroffenen der falsche Weg. Es gibt aus den 1-Euro-Jobs kaum nennenswerte Eingliederungserfolge; Langzeitarbeitslose bleiben von Transferleistungen abhängig.

 

 

Die Überwindung von Langzeitarbeitslosigkeit braucht eine verlässliche Arbeitsförderung und das auch in sozialversicherungspflichtigen und Existenz sichernden Maßnahmen.

 

 

23. März 2011

Neue Arbeitsmarktprognose 2011 - Rekorde und Risiken

IAB Kurzbericht 7/2011

23. März 2011

Missbrauch von Leiharbeit verhindern

Aktuelle Stellungnahmen aus dem Institut Arbeit und Qualifikation


4. März 2011

Arbeitslosigkeit und Rente

Johannes Steffen – Arbeitnehmerkammer Bremen – 03/2011

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

zu den heute veröffentlichten Monatszahlen für den Arbeitsmarkt in
Brandenburg erklärt der arbeitsmarktpolitische Sprecher, Dr. Andreas Bernig:

Von Arbeit muss mensch leben können

In Brandenburg hat sich auch im Februar der Trend der letzten Monate
fortgesetzt. Mit 163 172 Arbeitslosen ist die Zahl gegenüber dem Vorjahr um
10 676 niedriger. Die Zahl der offenen Stellen ist um fast ein Drittel
gestiegen.

Es bleibt aber dabei, dass sich hinter diesen Zahlen unterschiedliche
qualitative Aspekte verbergen.Problematisch ist z.B. die wachsende Zahl von
Leiharbeitern; jedenfalls so lange sie bei der Entlohnung und in ihren
Rechten deutlich schlechter gestellt sind als die Stammbelegschaften. In
Brandenburg beziehen 15,4 % der Leiharbeitskräfte aufstockende Leistungen
nach Hartz IV. Das muss sich dringend ändern. "Gute Arbeit" ist zu recht ein
zentraler Anspruch der Gewerkschaften. "Gute Arbeit" bleibt auch ein
Markenzeichen von rot-rot.



1. März 2011

Niedriglohn und Lohndumping im Verleihgewerbe

arbeismarktaktuell(DGB)

1. März 2011

Tarifpolitischer Jahresbericht 2010 (WSI-Tarifarchiv)

Quelle: WSI-Tarifarchiv

1. März 2011

Einkommensumverteilung schwächt privaten Verbrauch

Wochenbericht des DIW Berlin Nr. 8/2011

31. Januar 2011

CDU macht den Handlanger für falsche Bundespolitik

Zu den Angiffen der CDU auf das rot-rote Programm "Arbeit für Brandenburg" erklärt der Parlamentarische Geschäftsführer Christian Görke:

4. Januar 2011

Entwicklung der Hartz IV-Empfängerzahlen im Dezember

Pressemitteilung des Deutschen Landkreistages

5. Oktober 2010

Experten mehrheitlich für Beibehaltung der "sachgrundlosen Befristung"

Ausschuss für Arbeit und Soziales (Anhörung)

4. Oktober 2010

Erfolg, der jetzt flächendeckend und branchenübergreifend fortgesetzt werden muss!

Zum ersten Tarifvertrag mit „Fairness-Garantie“ für Leiharbeiter in der nordwestdeutschen Stahlindustrie (NRW,Bremen, Niedersachsen) erklärt der Sprecher für Arbeitsmarktpolitik und Gewerkschaften, Dr. Andreas Bernig

30. September 2010

Die Grundtendenz ist erfreulich - „Gute Arbeit“ bleibt Ziel von Rot-Rot

Zur aktuellen Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt anlässlich der heutigen Veröffentlichung des Monatsberichtes für Brandenburg erklärt die Fraktionsvorsitzende Kerstin Kaiser

9. September 2010

Unternehmen sind frei bei der Wahl ihres Personals

Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Fraktion DIE LINKE

Aufschwung geht weitgehend an Langzeitarbeitslosen vorbei

Entwicklung der Hartz IV-Empfängerzahlen im August

Der Deutsche Landkreistag hat heute die Daten zur Entwicklung der Hartz IV-Empfängerzahlen für den Monat August veröffentlicht. Danach erhielten 6,5 Mio. Menschen Leistungen der Grundsicherung für Arbeitsuchende (Hartz IV). Gegenüber dem Vormonat stellt dies eine geringfügige Reduzierung um rund 45.000 Leistungsberechtigte dar, während gegenüber dem Vorjahresmonat August ein Anstieg um rd. 1 % (ca. 60.000 Leistungsberechtigte) zu verzeichnen ist. Damit geht der wirtschaftliche Aufschwung im Wesentlichen an den Langzeitarbeitslosen vorbei, da die Konjunkturbelebung in erster Linie einen Bedarf an Fachkräften hervorruft.

Im Einzelnen ist die Entwicklung durch folgende Eckdaten gekennzeichnet:

  • Im August befanden sich nach den vorläufigen Daten rd. 6,5 Mio. Menschen im Leistungssystem SGB II (Hartz IV).
  • Da es sich um die vorläufigen Daten handelt, wird die endgültige Zahl der Leistungsempfänger nach den revidierten Daten erfahrungsgemäß bei rd. 6,8 Mio. Menschen im Leistungssystem SGB II liegen.
  • Gegenüber dem Vormonat Juli weisen die vorläufigen Daten eine minimale Senkung um 45.000 Leistungsberechtigte aus.
  • Gegenüber dem Vorjahresmonat August liegt eine Steigerung um 1 % vor.
  • Im gleichen Zeitraum von August 2009 bis August 2010 ist die Anzahl der Kinder unter 15 Jahren um 1,3 % auf rd. 1,68 Mio. angestiegen. Gegenüber dem Vormonat Juli 2010 sind dies 8.000 Kinder weniger.

Die Zahl der Leistungsempfänger verbleibt weiterhin auf unverändert hohem Niveau. Der seit Oktober 2009 einsetzende Trend des Anwachsens der Empfängerzahlen im Vergleich zum Vorjahresmonat hält damit an. Die Konjunkturbelebung mit ihrem vorrangigen Bedarf an Fachkräften erreicht das SGB II damit nicht. Die zum Teil erheblich verfestigte Arbeitslosigkeit erfordert langfristige und zum Teil kostenintensive Integrationsmaßnahmen, so dass die Hartz IV-Leistungsbezieher bisher nicht an der positiven Entwicklung partizipieren können.

grafik pm 10-08-31

Quelle: BA Statistiken August 2009, Juli, August 2010 - Bedarfsgemeinschaften und deren Mitglieder (vorläufige Daten) und Statistisches Bundesamt 2009, Gemeindeverzeichnis 31.12.2008

Der Deutsche Landkreistag veröffentlicht monatlich – parallel zur Bekanntgabe der Arbeitslosenzahlen der Bundesagentur für Arbeit – die Darstellung der Empfängerzahlen für das SGB II und damit auch für den gesamten Bereich der Langzeitarbeitslosen einschließlich ihrer Familien.

29. Juli 2010

Bundesregierung muss Lohndumping endlich wirksam bekämpfen

Zu den heute veröffentlichten Arbeitsmarkdaten für Brandenburg erklärt der Parlamentarische Geschäftsführer Christian Görke

23. Juli 2010

Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Abgeordneten Frau Jutta Krellmann

zum Thema ungeförderte offene Stellen im Bereich Arbeitnehmerüberlassung

7. Juli 2010

Entschließungsantrag

Entwurf eines Gesetzes für bessere Chancen am Arbeitsmarkt – Beschäftigungschancengesetz

Wieder Sparen zulasten der Schwächsten

Zu den Medienberichten, wonach Hartz IV-Empfängern möglicherweise ein Mietschock droht, erklärt der arbeitsmarktpolitische Sprecher Dr. Andreas Bernig

19. Juli 2010

Mit breiter gesellschaftlicher Akzeptanz zum Erfolg

Anlässlich der Unterzeichnung der Gemeinsamen Erklärung zum neuen Förderprogramm „Arbeit für Brandenburg“ erklärt der Sprecher für Arbeitsmarktpolitik und Gewerkschaften Dr. Andreas Bernig

19. Juli 2010

Widerstand auch auf der Straße nötig!

Zum heute beginnenden „Zug der Tagelöhner“, der vom Förderverein Soziale Bewegung Land Brandenburg bis 28.07.10 durch Brandenburger Städte bis nach Berlin organisiert wird, erklärt der Sprecher für Arbeitsmarktpolitik und Gewerkschaften Dr. Andre

13. Juli 2010

Atypische Verträge, gesicherte Berufslaufbahnen, Flexicurity und neue Formen des sozialen Dialogs

Entschließung des Europäischen Parlaments vom 6. Juli 2010 zu atypischen Verträgen, gesicherten Berufslaufbahnen, Flexicurity und neuen Formen des sozialen Dialogs

1. Juli 2010

Existenz sichernde Beschäftigung für Langzeitarbeitslose

Zum heutigen Start des öffentlich geförderten Beschäftigungssektors im Land Brandenburg,erklärt der arbeitsmarktpolitische Sprecher Dr. Andreas Bernig:

30. Juni 2010

Gute Arbeit – gute Bildung - Gemeinsam für eine Zukunft an Oder und Neiße

Presseinformation der Fraktion DIE LINKE

17. Juni 2010

Erfahrungen und Perspektiven für das Bundesprogramm Kommunal-Kombi

Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Sabine Zimmermann, Klaus Ernst, Jutta Krellmann, Katrin Kunert und der Fraktion DIE LINKE.

10. Juni 2010

Qualitätssicherung in der öffentlich geförderten Beschäftigung

Landesagentur für Struktur und Arbeit Brandenburg

und

Wachstum und Ausstrahlung?

 

Zur regionalen Komponente der Neuausrichtung der Förderpolitik im Land Brandenburg

LASA-Studie Nr. 47

20. Mai 2010

Moderne Sklaverei statt Jobmaschine

Hearing über den strategischen Nutzen von Leiharbeit der Fraktion DIE LINKE. im Bundestag am 22. Juni 2010

6. Mai 2010

Der Ton macht die Musik!

Zur Auseinandersetzung mit der Kritik der Landeschefin von Verdi Susanne Stumpenhusen

29. April 2010

Gegen Hungerlöhne und Leiharbeit!

Zu den heute veröffentlichten Arbeitsmarktdaten für Brandenburg,erklärt der arbeitsmarktpolitische Sprecher Dr. Andreas Bernig

Benachteiligung von Frauen auf dem Arbeitsmarkt

Kleine Anfrage an die Bundesregierung und die Antwort

5. März 2010

Frauen wollen unabhängig bleiben

Böckler Impuls 4/2010

4. März 2010

Ist Deutschlands Sparsamkeit schuld an den Problemen?

Es mehren sich die Stimmen, die Deutschlands Sparsamkeit und Lohndumping als Krisenmotor sehen

4. März 2010

Hartz-IV-Empfänger wollen arbeiten

IAB-Forschungsbericht 3/2010

Empfänger von Leistungen aus der Grundsicherung ergreifen vielfältige Aktivitäten, um Arbeit zu finden. Auch auf eigene Initiative. Damit widersprechen sie dem in Teilen der Öffentlichkeit präsenten Bild des passiven Hilfebedürftigen. Gleichzeitig zeigt sich aber auch, dass viele Bemühungen um eine reguläre Beschäftigung ins Leere laufen. Basis der Untersuchung sind jährlich wiederholte Intensivgespräche mit Empfängern der Grundsicherung für Arbeitsuchende in ganz Deutschland. <//font>

2009: Bruttoverdienste sinken erstmals seit Gründung der Bundesrepublik

Pressemitteilung vom Statistischen Bundesamtes (Destatis)

Lohnabstand gewährleistet, Existenz sichernde Löhne nicht

Wer arbeitet, bekommt immer mehr als jemand, der nicht arbeitet – auch weil der Staat Niedriglöhne aufstocken muss.

2. März 2010

Neue Prüfgrenze bei Lohnwucher

Bundesarbeitsagentur sieht sittenwidrigen Lohn bei „deutlich unter 3 Euro die Stunde“ - Massive Kritik von Gewerkschaften

Hartz IV – weil der Lohn nicht reicht

arbeitsmarktaktuell Nr. 02 / Februar 2010

12. Februar 2010

Öffentlicher Beschäftigungssektor ist neuer Weg um Arbeit und nicht

Dr. Andreas Bernig, Arbeitsmarktpolitischer Sprecher, zum Gespräch mit dem Geschäftsführer

12. Februar 2010

Hartz IV und der hausgemachte Niedriglohnsektor

Diskussion bei Telepolis

Die Diskussion rund um das Lohnabstandsgebot wird unredlich geführt – um die Einkommensschere zwischen Hartz IV und Arbeit zu vergrößern, müssen nicht Transferleistungen gesenkt, sondern die Löhne erhöht werden

12. Februar 2010

Der lange Schatten der Krise

Michael Schlecht, MdB Chefvolkswirt Bundestagsfraktion

11. Februar 2010

Zahl der offenen Stellen ist leicht gestiegen

Presseinformation des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung

10. Februar 2010

Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt durch berufliche Rehabilitation

Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung

9. Februar 2010

Späte Einigung besser als getrennte Aufgabenwahrnehmung

Zur erzielten Grundsatzeinigung für die Jobcenter erklärt der arbeitsmarktpolitische Sprecher Dr. Andreas Bernig

2. Februar 2010

Flexible Arbeitszeiten und Kurzarbeit sicherten im Jahr 2009 mehr als eine Million Jobs

Presseinformation des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung vom 02.02.2010

2. Februar 2010

Durchschnittliche Arbeitszeit und ihre Komponenten in Deutschland

Presseinformation des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung vom 02.02.2010

Zahlen der Aufstocker nach Kreisen sortiert

29. Januar 2010

Bundesverwaltungsgericht kippt Post-Mindestlohn

Haben wir bald eine neue Form von Post-„Beamten“?

23. November 2009

Mit dem ÖBS Arbeitsplätze schaffen?

Dr. Andreas Bernig, arbeitsmarktpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE. im Landtag Brandenburg

Schon seit Anfang der 90er hat die PDS an Konzepten für einen "Öffentlich Geförderten Beschäftigungssektor" (ÖBS) gearbeitet. Mit dem ÖBS werden mehrere Zielstellungen verfolgt:
- es wird ein spürbarer Beitrag zum Abbau der Massenarbeitslosigkeit geleistet,
Arbeitslosen wird wieder eine individuelle Perspektive gegeben,
es werden Arbeiten im Gemeinwohlinteresse angepackt, die sonst nicht erledigt würden.
Der ÖBS führt den Bedarf an gesellschaftlich notwendiger Arbeit mit der bei den
Erwerbslosen brachliegenden Kompetenz und ihren Erfahrung zusammen. Das ist eine
klassische win-win-Situation für Erwerbslose und für die Gesellschaft. Die Aufbringung der Mittel folgt dem Grundsatz "Arbeit statt Arbeitslosigkeit finanzieren", d.h. die Mittel, die für Arbeitslosigkeit (Transferleistungen für Arbeitslose; Kosten der Verwaltung von Arbeitslosigkeit) sollten verwendet werden, um sinnvolle Beschäftigung zu existenzsichernden Löhnen aufzubauen. Beschäftigungsverhältnisse im ÖBS müssen existenzsichernd, sozialversicherungspflichtig und freiwillig sein.

Der ÖBS ist der dezidierte Gegenentwurf zur Hartz-IV-Logik des "Förderns und Forderns".
Es waren und sind doch die Grundlügen von Hartz IV, dass man erstens den Arbeitslosen nur richtig Beine machen muss, dann finden sie schon was und dass zweitens nur ein Vermittlungsproblem besteht und wenn das gelöst ist, hat sich auch die Arbeitslosigkeit aufgelöst. Das ist mitnichten so. Wir haben ein eklatantes Arbeitsplatzdefizit, übrigens nicht nur in und während der Wirtschaftskrise, sondern auch in Zeiten des Aufschwungs.
Und es geht beim ÖBS gerade nicht darum, Arbeiten zu verrichten für die sich Unternehmen interessieren. Es geht um gemeinwohlorientierte Projekte in den Bereichen Umwelt, Soziales, Bildung, Kultur, Sport usw. Diese Arbeitsplätze gibt es ohne öffentliche Förderung nicht, weil sie sich nicht rechnen. Und es gibt sie auch nicht als Aufgaben des öffentlichen Dienstes. Wir möchten aber, dass diese Arbeiten erledigt werden, weil sie für das Gemeinwohl, für die Lebensqualität der Bürger in den Städten und Gemeinden wichtig sind.

Ein Einwand gegen den ÖBS lautet: Arbeitsplätze im ÖBS sind teuer. Das ist auch deshalb so, weil wir den Grundsatz existenzsichernder Entlohnung glaubwürdig vertreten und ihn nicht für geförderte Beschäftigung außer Kraft setzen wollen. Das bedeutet unter gegenwärtigen Bedingungen, dass das monatliche Entgelt mindestens 1.400 Euro Arbeitnehmer-Brutto (AN-Brutto) oder 8 Euro die Stunde als Einstieg umfassen muss, es sei denn, die tarifliche Entlohnung für die jeweiligen Beschäftigungsverhältnisse liegt höher. Um es ganz deutlich zu sagen: "Statistische Erfolge" wären auf anderen Wegen, z.b. mit der weiteren Ausweitung von 1-Euro-Jobs sehr viel leichter zu erreichen. Wir wollen aber endlich über "Billig-Bürgerarbeit" und 1-Euro-Jobs hinaus.

Trotz dieser hohen Kosten ist der ÖBS finanzierbar. Der entscheidende Schritt ist die Bündelung von Mitteln verschiedener Akteure: Bund, Land, Kreise, Kommunen sowie Mittel aus dem Europäischen Sozialfonds. Die Idee, Arbeit statt Arbeitslosigkeit zu finanzieren, stellt sich konkret wie folgt dar: Der Bund finanziert als Passivleistungen derzeit 359 Euro Regelsatz ALG II, ca. 60 Euro Anteil an den Kosten der Unterkunft, 180 Euro Sozialversicherung, 10 Euro sonstige Leistungen sowie als Anteile bei einem 1-Euro-Job 180 Euro Mehraufwandsentschädigung und 169 durchschnittliche Trägerpauschale. Das sind zusammen 958 Euro. Die Kreise müssen als Kosten der Unterkunft im Durchschnitt etwa 135 Euro aufwenden. Das heisst, ein Sockel von 1093 Euro wird heute für einen Arbeitsuchenden mit einem 1-Euro-Job ausgegeben und stellt für den Bund und die Kreise keine zusätzliche Belastung dar. Zusätzliche Mittel müssten vom Land und von den Städten und Gemeinden bzw. den Maßnahmeträgern eingebracht werden. Die Länder tun dies auf unterschiedlichem Niveau bereits bei anderen Arbeitsmarktinstrumenten, z.B. beim "Kommunal-Kombi" zwischen 150 und 300 Euro. Bei den Gemeinden bzw. anderen Maßnahmeträgern wird es neben dem (politischen) Willen und der Finanzkraft auch darauf ankommen, dass zumindest bei einem Teil der Maßnahmen ein "Nutzen" entsteht, für den man etwas zu zahlen bereit ist.

Die Crux der Realisierung des ÖBS liegt darin, dass die Möglichkeit zur "Aktivierung passiver Leistungen" rechtlich und faktisch nur unzureichend gegeben ist und auf Länderebene auch nicht zu schaffen ist. Es bleibt daher vorerst nur, an bestehende Arbeitsmarktinstrumente "anzudocken". Dies ist - so zeigen es die praktischen Erfahrungen von Mecklenburg-Vorpommern und Berlin -  oft höchst unzureichend. Gerade deshalb gilt es aber, aus praktischen Erfahrungen heraus Druck zu entwickeln. Arbeitsmarktpolitik ist in den letzten Jahren und zumal unter Hartz IV zunehmend dazu genutzt worden, die Massenarbeitslosigkeit möglichst billig zu verwalten und damit zugleich die Löhne zu senken. Der ÖBS will aus dieser unsozialen Logik aussteigen.

 

17. November 2009

ARBEIT: Rot-Rot doch nicht einig über öffentliche Jobs

Minister Baaske hat Zweifel an der Umsetzbarkeit / Linke konsterniert