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Bürgermeisterin Renate Krüger auf dem Astrid Lindgren-Platz in Borkwalde

Wer im Wald wohnt, braucht andere Standards!

Der Besuch bei Bürgermeisterin Renate Krüger in Borkwalde (Amt Brück) begann gleich mit dem Thema Wald. Gerade wird die Bekämpfung des Kiefernschädlings Nonne vorbereitet. Leider vernichtet das Pestizid „Karate Forst“ nicht nur die Nonne, sondern auch alle anderen Insekten. Für die Menschen soll es unschädlich sein. Betroffen ist allerding auch der Wald von Karl Tempel. Der „Tempelwald“ ist ein Modellprojekt zum Waldumbau als einzige natürliche Möglichkeit die Nonne in Schach zu halten. In ihm befinden sich u.a. Nistkästen für Vögel, die schädliche Insekten vernichten. Eine Bürgerinitiative will verhindern, dass der Wald besprüht wird, auch weil er gar nicht so befallen ist, wie die anderen Bestände in der „Busendorfer Heide“. Wenn das so ist, dann muss das noch einmal genau geprüft werden, so wie kürzlich in Jüterbog, wo die Hubschrauberflüge abgesagt wurden. Ansonsten leben zwei Herzen in meiner Brust, natürlich steht die Gesundheit der Menschen im Vordergrund aber auch die Natur, als Lebensraum für die Menschen und den Klimaschutz, muss gerettet werden.

Renate Krüger zeigt mir ihre Waldgemeinde. Sicherheitshalber fahren wir mit ihrem Auto, denn die meisten Straßen sind Sandstraßen mit nicht wenigen Unebenheiten. Und hier kommen wir zur Überschrift. Mit der Abschaffung der Straßenbaubeiträge ist das so ein Ding in Borkwalde. Vor hundert Jahren als Wochenendsiedlung entstanden haben heute viele Menschen ihren festen Wohnsitz. Und der Flächennutzungsplan pendelt permanent zwischen Innen- und Außenbereich. Schon das erschwert den Straßenbau. In der Vergangenheit wehrten sich die Bürger mit einem Bürgerentscheid gegen die Erschließung nach Bundesrecht, für die 90 % Beiträge erhoben werden. Für den Straßenbau stehen der Gemeinde ca. 40.000 bis 60.000 € zur Verfügung. Damit kommen wir nicht weit, sagt Renate Krüger und plädiert für einen niederschwelligen Standard beim Straßenbau in Waldgemeinden. Dort, wo in der Stunde nur vier Autos fahren, brauche man den üblichen Standard nicht. Nur neben bei bemerkt sie, dass von ihrem 2,6 Mill. € Haushalt der Gemeinde noch die Amts- und Kreisumlage abgehen.

Nach wie vor kämpft die ehrenamtliche Bürgermeisterin für ein Gemeindezentrum. Nach 12 Jahren sieht es jetzt so aus, als ob es gemeinsam mit einer Kita endlich entstehen könnte und sie ihre Amtsgeschäfte nicht mehr von zu Hause aus erledigen muss.

Ansonsten ist ja bekannt, dass eine Bürgerinitiative vehement gegen Windkraftanlagen (WKA) im Wald auftritt. Renate Krüger stellt die Frage, ob angesichts der wachsenden Leistung der WKA überhaupt noch 2 % der Fläche des Landes für die Erzeugung von Windkraft erforderlich sind?

Auch zum Landesentwicklungsplan gibt es nach wie vor Fragen. Zwar kann die Wohnbaufläche jetzt verdoppelt werden, aber bisherigen Planungen werden angerechnet, so dass diese Verdopplung oft gar nichts bringt.

Am Ende waren sich die Gesprächspartner einig, dass es in Zukunft eine viel engere und kontinuierlichere Abstimmung zwischen Gemeindevertretern, Kreistagsabgeordneten und Landtagsabgeordneten geben muss, um die Sorgen der Kommunen besser in den Landtag zu tragen!